Wenn man als Deutsche/r einen Job in Michigan sucht, ist die Lage sehr unterschiedlich. Als Ingenieur oder mit einem Beruf, welcher der Automobilbranche angehört, hat man gute Chancen. Die vielen deutschen „Expats“ oder auch fest hier arbeitenden Deutschen sind fast ausschließlich aus dieser Branche.
Tatsache ist, dass viele der dringend gesuchten Ingenieure, die hier nach Michigan kommen, Nicht-Ingenieurs-Partner im Schlepptau haben. Was können diese anders orientierten Partner tun?
Die Arbeitserlaubnis ist ja inzwischen kein Problem mehr. Wenn man mit seinem Ingenieur verheiratet ist, bekommt man eine temporary work permit. Problem: Die 1-3 Monate, die das zuständige Amt (USCIS) als Bearbeitungsdauer angibt, wurden in den letzten Monaten oft überschritten (siehe dazu Artikel: Employment Authorization Card). Wenn man aber seine lang ersehnte Employment Card in den Händen hält, kann es eigentlich losgehen. Natürlich kann man auch die Zeit nutzen, die man auf die Arbeitserlaubnis wartet. Bekommt man aber unerwartet schnell eine Stelle angeboten, hat man ein Problem, denn: Wenn Amerikaner neue Mitarbeiter suchen, so suchen sie meistens sofort. Durch die fehlende Kündigungsfrist wird genauso schnell gegangen wie wieder eingestellt wird. Hat man seine Dokumente noch nicht, muss man passen.
Im Moment ist es nicht einfach einen Job zu finden. Das liegt zum Großteil an der schlechten wirtschaftlichen Lage Michigans. Die meisten Firmen haben einen so genannten Hiring Freeze angeordnet. Das heißt: Bis auf weiteres wird niemand mehr eingestellt. Da hilft nur auf eine Wiederbelebung der Wirtschaft hoffen oder erfinderisch sein.
Nicht umsonst nennt man die USA auch das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Sind die beruflichen Möglichkeiten also begrenzt, muss man die selbst gesteckten Grenzen erweitern. Das geht zum Beispiel, indem man in einer anderen Branche sucht als bisher getan. In den USA ist es tatsächlich nicht so sehr von Belang, welchen beruflichen Background man hat. Amerikanische Arbeitgeber legen sehr viel Wert auf die Persönlichkeit. Es ist wichtig, dass man seinem zukünftigen Chef glaubhaft vermittelt, dass man genau diesen einen Job unbedingt machen möchte. Die berufliche Erfahrung und das Studium oder die Ausbildung werden zwar mit in die Überlegungen einbezogen, sind aber nicht so ausschlaggebend wie in Deutschland. Wenn man also schon immer mal etwas ganz anderes machen wollte als man eigentlich ursprünglich gelernt hat, hier ist die Chance!
Durch Noten, Zeugnisse und Studienrichtung wird man in den USA weniger festgelegt als in Deutschland. Es gibt aber auch Dinge, auf die der amerikanische Arbeitgeber größeren Wert legt als es ein deutscher tun würde. Sehr häufig wird nach Referenzen gefragt. Das bedeutet, der zukünftige Chef oder die Personalabteilung möchte sich bei ehemaligen Arbeitgebern über einen informieren. Oft wird auch nur nach Telefonnummern ehemaliger Arbeitgeber gefragt und niemand ruft diese dann an, um sich zu erkundigen. Das zur Verfügung stellen der Informationen reicht oft schon als gute Referenz. Was aber, wenn eine freundliche Vertreterin des Human Resources, den nichts ahnenden ehemaligen Arbeitgeber in Deutschland anruft? Es ist ratsam die Ex-Chefs vorzuwarnen. Besteht kein gutes Verhältnis mehr, die Nummer lieber gar nicht herausrücken. Schließlich kennen wir diese Methode der Bewerber-Durchleuchtung in Deutschland nicht und sie kann sicherlich zu Verunsicherung und vielen Missverständnissen führen.
Hat man dann ein Job-Interview, kann man sich auf ein sehr persönliches Kaffeeklatsch-Gespräch einstellen. Es wird sehr viel mehr Smalltalk betrieben als in Deutschland, was daran liegt, dass die amerikanischen Arbeitgeber die Persönlichkeit des Kandidaten kennen lernen wollen. Sie fragen sich: Ist diese Person ehrlich, zuverlässig, eigenständig, selbstbewusst?
Tipp: Nach einem Bewerbungsgespräch – nicht vergessen, einen „Thank You Letter“ zu schreiben. Bei konservativen Unternehmen ruhig in Brief-Form, bei moderneren Firmen auch als E-Mail. Das gehört sich hier so und unterstreicht zudem nochmal das Interesse an der vakanten Stelle.
Bewerbung USA
Detroit
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Thursday, July 3, 2008
Bewerben und Arbeiten in Michigan (als Nicht-Ingenieur)
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safur
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10:03 AM
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Thursday, May 8, 2008
Schmoozing und Schoko-Croissants
Vor kurzem war ich geschäftlich bei einer Networking-Veranstaltung meiner lokalen Handelskammer. Es handelte sich um ein Frühstückstreffen, bei dem sich Mitglieder gegenseitig kennen lernen und die eigenen Dienstleistungen und Produkte anpreisen konnten.
Über Kaffee und Schoko-Croissants rezitierte ich also fleißig meine einstudierte Elevator Speech (eine 30-sekündige, hoffentlich interessante Vorstellung meiner Person), versuchte mit so vielen Menschen wie möglich zu reden und gleichzeitig nach allen Seiten Visitenkarten zu verteilen und entgegenzunehmen. Obwohl ich mich normalerweise bei solchen Veranstaltungen nicht so recht wohl fühle, hatte ich an diesem Morgen erstaunliches Geschick. Ich fühlte mich darin bestärkt, über meinen eigenen Schatten gesprungen zu sein, und nahm mir vor, von nun an öfter an diesen Treffen teilzunehmen.
Mit meinem neuentdeckten Selbstvertrauen sprach ich noch schnell die Präsidentin der Handelskammer auf eine Marketingidee an und machte mich dann auf den Weg nach Hause. Dort angekommen erhaschte ich einen kurzen Blick in den Spiegel – nur, um mit absolutem Entsetzen festzustellen, dass ich gerade anderthalb Stunden lang mit einem riesigen Schoko-Muttermal auf meinem Kinn meine Consulting-Dienstleistungen angepriesen hatte! Und nicht ein einziger Mensch hatte mich darauf aufmerksam gemacht! Während sich die Deutsche in mir in Grund und Boden schämte, meldete sich meine amerikanische Seite und kommentierte nur ganz trocken: “At least I was memorable!”*
Später konnte ich diese Erfahrung wunderbar in einem Kulturtraining nutzen, um viele Aspekte der amerikanischen Kultur zu veranschaulichen:
- Networking (sogenanntes Schmoozing) gehört zum Geschäftsalltag.
- Wenn man nichts Nettes zu sagen hat, soll man lieber gar nichts sagen – Schokoladenflecken und Spinat in den Zähnen gehören anscheinend mit in diese Kategorie.
- Werbung muss nicht geschmackvoll, dafür aber einprägsam sein.
Und meine Lieblingslektion: Man sollte über sich selbst lachen können, denn das macht das Leben um Vieles leichter!
*Übersetzung: Wenigstens wird man sich an mich erinnern!
Manuela Blankinship
Kultur- und Sprachtrainerin
Friendly Faces, L.L.C.
www.friendly-faces.com
Networking
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Gastautorin: Manuela Blankinship
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cornet
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8:43 PM
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Friday, July 20, 2007
Bewerbungsprozess in den USA
Der amerikanische Bewerbungsprozess entscheidet sich etwas vom deutschen. Der erste Schritt ist die Zusendung eines Resumees als Initiativbewerbung oder auf eine Stellenanzeige. Die meisten Firmen bevorzugen heutzutage die Zusendung per Email oder Online Formular. Darauf folgt meist ein erstes (dem Anschein nach sehr informelles und kurzes) Telefoninterview. Verlaeuft dies erfolgreich, koennen noch ein, zwei oder sogar mehr Telefoninterviews mit unterschiedlichen Personen folgen. Danach wird man zu einem ersten persoenlichen Gespraech eingeladen, welches je nach Unternehmen 1 bis 3 Stunden dauern kann.
Es ist nicht ungewoehnlich, dass man zu diesem ersten Gespraech seine Ausweispapiere, evtl. auch die Arbeitserlaubnis und Hochschulzeugnisse mitbringen muss. Haeufig folgt dem persoenlichen Gespraech ein kurzer schriftlicher Test, der je nach Branche sehr unterschiedlich aussehen kann. Nach einem erfolgreichen ersten persoenlichen Erscheinen in der Firma wird man manchmal zu einem zweiten Vorstellungsgespraech eingeladen. Es kann also einige Zeit dauern, bis man das erste tatsaechliche Angebot in den Haenden haelt. Dieses Angebot wird einem schriftlich zugestellt und ist wie so vieles in den USA Verhandlungssache. Es ist durchaus ueblich, nicht das erste Angebot anzunehmen, sondern das jaehrliche Gehalt oder den Bonus nachzuverhandeln.
Der Bewerbungsprozess kann ziemlich zeitaufwendig sein und erscheint einem haeufig etwas unstrukturiert. Spaetestens, wenn man mit der dritten Person telefoniert hat und immer wieder das Gleiche erzaehlen musste, kann man schon ungeduldig werden. Aber amerikanische Firmen pflegen Ihren Bewerberpool und auch wenn man genau in diesem Moment das Gefuehl hat, dass es mit der Bewerbung nichts wird, seien Sie nicht ueberrascht, wenn Sie nach Wochen oder Monaten einen Anruf mit der Bitte um ein weiteres Interview erhalten. Die Firmen sind staendig auf der Suche nach guten Leuten und durch das Kuendigungssystem in den USA kann Bedarf schneller entstehen, als man denkt.
Was auch hilft ist: erzaehlen Sie so vielen Leuten wie moeglich von Ihrer Jobsuche. Sie werden erstaunt sein, wie viele Jobs durch Mund-zu-Mund-Propaganda und über Beziehungen vergeben werden. Das ist natuerlich fuer gerade hier angekommene Deutsche etwas ungerecht, aber auch wir haben unser Netzwerk. Und auch Amerikaner sind sehr hilfsbereit und offen, wenn es um Tips bezueglich offener Stellen geht. Seien Sie also nicht schuechtern, aber auch auch nicht enttaeuscht, wenn aus Versprechungen erst einmal nichts wird.
Durchhaltevermoegen und eine positive Einstellung sind der Schluessel zu Ihrem Traumjob!
Detroit
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Posted by
kerstin
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9:00 AM
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